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3. August 2010

Ariel Pink

Filed under: Allgemein — admin @ 16:11

Ariel Pink ist der Mann der Stunde. Anders kann man es nicht ausdrücken. Über welchen Independent-Musiker wird denn heutzutage sonst so viel geschrieben?

Aus Los Angeles kommt der Mann in seinen frühen Dreißigern, und seit acht Jahren veröffentlicht er obskure Platten, die zunächst kaum jemand zu hören bekam, bis seine Tape-Aufnahmen in die Hände von Mitgliedern des Animal Collective fielen – zu einer Zeit freilich, da das Tierkollektiv beileibe noch nicht den Bekanntheitsgrad erreicht hatte, den es heute innehat. Nun ja, fast – die Zeiten haben sich geändert, und selbstverständlich handelte es sich um eine CD-R, die er 2003 der New Yorker Band überreichte, die er durch einen gemeinsamen Freund kennengelernt hatte. Aber tatsächlich ist tatsächlich das Tape das Medium, auf dem er in Lo-Fi-Manier seit 1996 aufgenommen hatte – es sollen 500 Songs aus der Feder des Herrn, der mit bürgerlichem Namen Ariel Marcus Rosenberg heißt, auf Kassetten vorliegen. Die Einflüsse, die sich in seinen Aufnahmen wiederfinden, umfassen ein unfassbar breites Spektrum, dessen Komponenten freilich durch den Lo-Fi-Sound mitunter recht schwer oder überhaupt nicht mehr zu identifizieren sind. Als Schüler hörte Rosenberg mit Vorliebe Gothic-Bands; allerdings klingen Seine Lieder durchaus nicht gothisch oder düster. Hochglanzpop oder Softrock-Elemente findet man an der Seite von Metal oder Reggae, wobei sich die Musik niemals nach gewolltem Crossover anhört, sondern nach durchaus stimmigem Songwriting, das sich jedoch nie anschickt, die mitunter konventionell anmutenden Einflüsse uninspiriert wiederzukäuen. Zwar beschreitet das Pink’sche Werk durchaus gelegentlich den Weg der Pastiche, doch immer klingt es nach Ariel Pink, sei es Lo-Fi oder auf seinen Aufnahmen in höherer Klangqualität. Wayne Coyne von den Flaming Lips, den ja selbst manch einer für durchgeknallt hält, adelte Herrn Pink damit, ihn selbst auf höchst seltsame Weise genial zu finden.

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