Chris Difford und Glen Tilbrook sind die Lennon und McCartney der 80er. Solcherlei Vergleiche wurden zumindest bemüht, um das Duo zu beschreiben, das mit Sicherheit eine Ausnahmeerscheinung darstellt.
Die beiden Sterne am Himmel der Songwriter begannen freilich bereits in den 70er Jahren, gemeinsam zu musizieren und tun dies – mit Unterbrechungen – bis heute. Es ist natürlich nicht immer einfach gewesen, schließlich haben die beiden wilde Zeiten hinter sich. Sie haben die 70er überstanden, von denen manch einer sagt, wer sich erinnern könne, sei nicht dabei gewesen. Allerdings sagt Difford, heute trockener Alkoholiker, sein „lost weekend“ seien nicht die 70er gewesen, sondern viel eher die 80er. Wenigstens scheint die Kasse bei den beiden immer gestimmt zu haben – zumindest scheint nicht die Buchführung ein Problem dargestellt zu haben, sondern vielmehr die anderen, körperlichen Risiken des Ruhms. Mit ihrer Gruppe Squeeze feierten die beiden Herren große Erfolge weltweit, und zwar in der Größenordung, dass sie auch im Madison Square Garden spielten. Komischerweise kennt in Deutschland kaum jemand den Namen der englischen Gruppe; ein Song wie „Tempted“ sollte aber doch den meisten geläufig sein. Nur Namen und Gesichter fehlen den meisten Befragten dazu, man muss das Lied schon vorsingen. Und das ist zum Teil doch sehr verwunderlich, denn zwar sind Difford und Tilbrook sicherlich nie in die Kategorie „Posterboys“ gefallen, doch am bekanntesten ist das Stück in der Version von Joe Cocker – und bei dem ist noch viel weniger von einer Jugendzimmerwandkompatibilität zu sprechen.